Warum so viele Frauen mehr wollen - und warum „Geld“ das Wort ist, das sie nicht aussprechen
- Tatjana Metzger

- 23. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Es gibt diesen Moment. Meistens abends, wenn die Welt um dich herum leiser wird, die Kinder schlafen oder der Laptop endlich zugeklappt ist. In dieser Ruhe schleicht sich ein Gefühl an, das du tagsüber erfolgreich mit To-do-Listen betäubst:
Eine leise, nagende Unzufriedenheit.
Du schaust dich um und eigentlich ist alles „okay“.
Du hast einen Job, ein Dach über dem Kopf, vielleicht eine Familie.
Und genau deshalb fühlst du dich schuldig. Du fragst dich: „Warum bin ich nicht einfach glücklich? Bin ich undankbar?“
Die Wahrheit ist oft viel profaner und schmerzhafter zugleich. Du bist nicht undankbar. Du bist gefangen in einem Leben, das zu eng für dein Potenzial ist. Und der Grund dafür ist oft das eine Thema, über das wir Frauen ungern sprechen: Mangelnde finanzielle Fülle.
Die Komfortzone des „Ganz okay“
Viele Frauen stecken nicht in einer Krise, sondern im Durchschnitt fest. Wir funktionieren. Tag für Tag. Wir haben gelernt, dass wir bescheiden sein sollen. Dass es oberflächlich ist, nach „viel Geld“ zu streben.
Doch schauen wir der Realität ins Auge: Fast jeder Stressfaktor in deinem Leben – das Gefühl, keine Zeit zu haben, die Erschöpfung nach der Arbeit, die Sorgen um die Zukunft – ließe sich durch finanzielle Freiheit lösen.
Das eigentliche Problem ist nicht dein Wille. Es ist die Tatsache, dass wir gelernt haben, uns innerhalb eines Rahmens zu bewegen, den andere für uns gebaut haben. Wir versuchen, im klassischen 9-to-5 glücklich zu werden, obwohl wir tief drinnen lieber unsere eigenen Ideen umsetzen und etwas Eigenes aufbauen würden.

Warum „irgendwann“ die gefährlichste Lüge ist
Wenn wir unzufrieden sind, flüchten wir uns oft in die Hoffnung auf die Zukunft. „Wenn die Kinder größer sind…“ „Wenn das Projekt abgeschlossen ist…“
Doch Zeit ist eine Ressource, die du nicht zurückkaufen kannst.
Während du wartest, dass es „ruhiger“ wird, verfestigt sich dein Leben im Mittelmaß. Der Grund, warum Frauen oft stehen bleiben, ist nicht Faulheit. Es ist Orientierungslosigkeit gepaart mit Sicherheitsdenken.
Wir haben Angst, das bisschen Sicherheit, das wir haben, aufzugeben. Dabei merken wir nicht, dass die wahre Unsicherheit darin besteht, von einer einzigen Einkommensquelle oder einem System abhängig zu sein, das unsere Lebenszeit gegen ein Gehalt tauscht.
Wahre Sicherheit entsteht erst, wenn du lernst, wie man Systeme erschafft, die für dich arbeiten.
Der AHA-Moment: Geld ist keine Gier, sondern Energie
Vielleicht ist dein „Geldproblem“ gar nicht, dass du keine Miete zahlen kannst.
Vielleicht ist dein Problem, dass du nicht genug Geld hast, um deine Zeit zurückzukaufen.
Geld bedeutet, die Haushaltshilfe einzustellen, damit du sonntags wirklich frei hast.
Geld bedeutet, Fortbildungen zu besuchen, die dich wirklich weiterbringen.
Geld bedeutet, „Nein“ zu toxischen Arbeitsumfeldern zu sagen, weil du auf das Gehalt nicht angewiesen bist.
Solange du diese Verbindung nicht ziehst, wirst du die Schuld für deine Unzufriedenheit weiter bei dir selbst suchen. Du wirst denken, du müsstest nur „besser delegieren“ oder „mehr meditieren“.
Aber man kann sich aus einem strukturellen Ressourcenmangel nicht heraus-atmen.
Der Wendepunkt braucht keine Motivation, sondern Mut
Der Unterschied zwischen den Frauen, die ausbrechen, und denen, die im „Ganz okay“ bleiben, ist kein Gen. Es ist die Entscheidung, sich Hilfe zu holen.
Niemand von uns wurde als Unternehmerin geboren. Wir müssen lernen, wie man ein Business aufbaut, das Freiheit generiert, statt nur neuen Stress zu erzeugen.
Ich habe selbst lange versucht, das Rad neu zu erfinden, bis ich verstanden habe, dass es Abkürzungen gibt. Strategien die bereits funktionieren, sind der Hebel, der aus einem vagen Traum eine reale Exit-Strategie aus dem Hamsterrad macht.
Ein Gedanke zum Mitnehmen
Veränderung fühlt sich am Anfang nie wie ein Befreiungsschlag an.
Sie fühlt sich an wie ein Kloß im Hals.
Wie Angst.
Wie die Sorge, sich zu übernehmen.
Aber frage dich heute ehrlich: Willst du in einem Jahr noch immer abends auf dem Sofa sitzen und dieses leise, nagende Gefühl spüren, dass du eigentlich für etwas Größeres gemacht bist?
Der erste Schritt zur Freiheit ist die radikale Ehrlichkeit zu dir selbst:
Ja, ich will mehr. Und ja, ich darf mir das Leben aufbauen, das mir diese Freiheit finanziell ermöglicht.
Alles Liebe,
Deine Tatjana




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